Michael Schenker im Tally Ho Theater Leesburg 2025
Ein bis auf den letzten Platz gefülltes Haus, eine elektrisierende Erwartung in der Luft und ein Name, der wie kaum ein anderer für die Geschichte des Hardrocks steht: Der 21. September 2025 im Tally Ho Theater in Leesburg, Virginia, versprach von der ersten Minute an, ein ganz besonderer Abend zu werden. Im Rahmen seiner „My Years With UFO“-Tour machte der legendäre Gitarrist Michael Schenker hier Halt, um eine Ära zu zelebrieren, die das Genre für immer definierte. Schon beim Betreten des intimen Clubs war klar, dass dies keine gewöhnliche Nostalgie-Show werden würde. Es war vielmehr eine energiegeladene Verneigung vor zeitlosen Klassikern, dargeboten von einem Meister seines Fachs.Jared James Nichols: Der perfekte Sturm vor der Ruhe
Bevor der Hauptakteur die Bühne betrat, fiel die ehrenvolle Aufgabe, das Publikum auf Betriebstemperatur zu bringen, dem Trio um Jared James Nichols zu. Eine Aufgabe, die diese Band nicht nur erfüllte, sondern mit einer beeindruckenden Wucht übertraf. Nichols ist kein gewöhnlicher Support-Act; er ist eine Naturgewalt auf der Bühne. Sein Sound, ein rauer, ungefilterter und bluesgetränkter Hardrock, schlug vom ersten Riff an ein wie ein Blitz. Er braucht keine großen Gesten oder aufwendige Show-Elemente, denn seine Präsenz ist pur, direkt und absolut mitreißend. Seine Leidenschaft ist in jedem Ton spürbar. Mit seinem kraftvollen, rauen Gesang und einem Gitarrenspiel, das virtuos, aber immer dem Song dienlich bleibt, fesselte er die Menge sofort. Die Energie im Saal erreichte schnell den Siedepunkt, während das Trio seine Songs mit einer Präzision und Spielfreude darbot, die man sonst nur von Headlinern kennt. Jared James Nichols bewies an diesem Abend eindrucksvoll, dass er weit mehr als nur ein Anheizer ist. Er war der ideale Auftakt, der den Boden für eine unvergessliche Rocknacht perfekt bereitete und die Messlatte für den Rest des Abends enorm hoch legte.Michael Schenker: Eine Legende feiert ihre Geschichte
Als die Lichter schließlich für den Hauptakt erloschen, brandete ein Jubel auf, der das Theater bis in seine Grundfesten erschütterte. Dann stand er da: Michael Schenker, lässig, souverän und mit seiner ikonischen Flying-V-Gitarre im Arm. Vom ersten Ton an wurde unmissverständlich klar, warum dieser Mann zu den einflussreichsten und meistverehrten Gitarristen aller Zeiten zählt. Seine Performance war ein meisterhafter Balanceakt zwischen technischer Brillanz und purer, ungefilterter Emotion. Jeder Ton saß perfekt, jedes Solo erzählte eine eigene Geschichte und zog das Publikum tiefer in den Bann. Die Setlist war eine Zeitreise direkt ins Herz des Hardrocks der 70er Jahre und las sich wie das „Who is Who“ der UFO-Diskografie. Klassiker wie „Only You Can Rock Me“ und „Too Hot To Handle“ verwandelten den Saal augenblicklich in einen gewaltigen Chor, in dem jede Zeile textsicher mitgesungen wurde. Bei unsterblichen Hymnen wie „Lights Out“ und dem unvermeidlichen „Doctor Doctor“ gab es schließlich kein Halten mehr. Zwischen den Songs nahm sich Michael Schenker zudem immer wieder Zeit für kleine Anekdoten aus seiner langen Karriere. Diese persönlichen Momente verliehen dem Abend eine sehr nahbare Note und stärkten die ohnehin schon enge Verbindung zu seinen Fans.Die Magie des Moments: Atmosphäre und Publikum
Das Tally Ho Theater bot mit seiner Kapazität für nur wenige hundert Besucher den perfekten Rahmen für diesen Abend. Die unmittelbare Nähe zur Bühne schuf eine intime und dichte Atmosphäre, in der die Energie zwischen der Band und den Fans ungehindert fließen konnte – und sie floss in Strömen. Das Publikum war von der ersten bis zur letzten Minute voll dabei, feierte jeden einzelnen Musiker auf der Bühne und sog die Musik förmlich auf. Die Chemie im aktuellen Line-up von Michael Schenker war dabei deutlich spürbar. Die Band agierte als eine perfekt eingespielte Einheit, die den klassischen UFO-Sound authentisch, druckvoll und mit einer unglaublichen Spielfreude auf die Bühne brachte. Eine stimmungsvolle, aber niemals überladene Lichtshow setzte die ikonischen Posen des Gitarrenhelden gekonnt in Szene und rundete das visuelle Erlebnis ab. Der Sound war zudem glasklar und kraftvoll, sodass jede einzelne Nuance von Schenkers filigranem Spiel zur Geltung kam und die Wucht der Rhythmussektion den ganzen Raum erfüllte. Es war die perfekte Symbiose aus Ort, Künstler und Publikum.Fazit: Ein Abend für die Geschichtsbücher
Als mit „Rock Bottom“ das furiose Finale eingeläutet wurde, entlud sich noch einmal die gesamte aufgestaute Energie des Abends in einem langen, epischen Gitarrensolo, das niemanden unberührt ließ. Langer, tosender Applaus und unzählige zufriedene Gesichter im ganzen Raum waren der verdiente Lohn für eine makellose und leidenschaftliche Show. Das Konzert in Leesburg war weit mehr als eine bloße Rückschau auf vergangene glorreiche Zeiten. Es war eine lebendige, kraftvolle Feier einer Musik, die auch im Jahr 2025 nichts von ihrer Relevanz und Faszination verloren hat. Michael Schenker hat eindrucksvoll bewiesen, dass wahre Kunst zeitlos ist. Ein Abend, der hängen bleibt. Viel Spaß mit den Bildern!Michael Schenker
Jared James Nichols
Back to the Top
Mehr Informationen zum legendären Gitarristen gibt es hier: https://michaelschenkerhimself.com





























































