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Metalfest 2010 - Mining am Inn (Austria)

Wir schreiben den 12.05.2010. Im Grunde in ganz normaler Tag wie jeder andere auch. Wäre da nicht eine kleine Gemeinde namens Mining, die zum vierten mal in Folge das Metalfest (ehemals Summer Nights) ausrichtet. Natürlich wollte ich mir, wie auch im letzten Jahr, das dunkle Treiben nicht entgehen lassen und so begann für mich die Reise zum ca. 600km entfernten Metalfest.
Nach etlichen Stunden fahrt war es dann soweit. Aus meinem Navi ertönte der lange erwartete Spruch: „ Sie haben das Ziel erreicht.“ Nach einem kleinen Gespräch mit der Crew, bekam ich meinen Fotopass ausgehändigt und durfte mein Lager aufbauen. An dieser Stelle einen Gruß an meine Nachbarn, die sich wahrscheinlich immer noch fragen, wieso eine einzelne Person soviel Material mit schleppt :-P


Napalm Records Labelnight:


NAPALM RECORDS - 15 Years Of Conquest.

 

Anlässlich des Jubiläums des Österreichischen Labels Napalm Records sperrte ein Teil des Festivalgeländes schon am Vorabend des eigentlichen Metalfests auf. Gegen 17 Uhr eröffnete die Wiener Modern Trash Metal-Band Artas die Labelnight. Gefolgt von Svartsot (Dänemark) und Serenity (Österreich), die ihren Job meiner Meinung nach gut gemacht haben. Als nächstes standen Van Canto auf meiner Running Order. Zuerst dachte ich an einen Scherz, als die Band so ganz ohne Instrumente die Bühne betrat. Naja, Sie werden schon wissen was Sie machten, dachte ich mir. Zu meiner Schande muss ich gestehen, das ich zwar die Chance hatte, aber die Band noch nie vorher gesehen hatte. Nach einigen Eigenkompositionen, spätestens jedoch bei Rebellion von Grave Digger hatte mich die Band überzeugt, Metal a Capella rockt ! Und wenn ich mir die tobende Menge so betrachtete, waren wir da definitiv einer Meinung. Als Zugabe gab es Fear of the Dark, wobei ich mich mir nachher nur noch eine Frage stellte: „Wer war nochmal Iron Maiden ?“ Danach hieß es „Hail to the Hammer“ als Týr die Stage betraten und das Publikum mit einer harmonisch-melodischen Form des Viking Metal begeisterten. Nach Van Canto genau das richtige und wieder etwas zur Ruhe zu kommen.Um die Labelnight würdig zu beenden, stand als Headliner die Mittelalterband Saltatio Mortis auf der Bühne. Zwischen den ganzen Titeln aus dem „Aus der Asche“-Album spielten Sie auch ein wenig aus ihrem 8. Studio Album „Wer Wind Sæt“. Aber mit Liedern wie „Tritt ein“, „Wirf den ersten Stein“ und „Falsche Freunde“ heizten Sie dem Publikum ordentlich ein. Nach knapp einer Stunde neigte sich der Auftritt dann auch leider schon dem Ende zu. Aber nicht ohne vor dem Publikum noch den „Spielmannsschwur“ zu leisten.


 

An dieser Stelle dann Glückwunsch an Napalm Records, ich freu mich schon 20 Yeas of Conquest!




Donnerstag:


 


Nachdem die Labelnight beendet war und die Party auf dem Campground noch bis in die frühen Morgenstunden andauerte, hab ichs aber trotzdem recht früh vor die Bühne geschafft. 1. Band des Metalfest 2010 war für mich also Benighted. Ich war recht erstaunt, wie viele Fans sich um die Uhrzeit schon aus ihren Zelten gequält haben und ihre Genickmuskulatur weiter trainierten. Besonders lustig fand ich den Bassisten der Band, der es wohl satt hatte immer auf einer Bühne spielen zu müssen und eine kleine Tour durch die Menge unternahm. Das nenne ich mal Fan verbunden. Weiter gings auf der 2nd Stage mit Powerwolf, die dem Publikum ihre von Religion geprägten Songs darboten. Gegen Ende ihres Gigs ließ es sich der Sänger der Band natürlich nicht nehmen, das Festival erstmal zu segnen. Auf der Mainstage versammelte sich währenddessen die Trachten Musikkapelle aus Mining. Blasmusik meets Heavymetal Metal! So kam es, das die Menge nach einem anfänglichen kleinen Moshpit zum Schunkeln überging. Ich weiß nicht so recht wer mehr Spaß hatte, die Trachtenmusikkapelle oder das Publikum was zwischenzeitlich eine Polonaise über den Platz veranstaltete. Nachdem Blech und Horn eingepackt waren betraten zur Mittagszeit die Könige der Spielleute “Corvus Corax” die Bühne. Mit Sackpfeifen und Trommeln fielen Sie zwar etwas aus dem Rahmen, aber der tanzenden Menge nach, war es eine gute Abwechslung. Auf der 2nd Stage hieß es dann Nachmittags: „Erobert den Heiligen Gral und hütet ihn, als wäre er das letzte Bier, welches ihr auf Erden trinken dürft“. Die Grailknights waren extra aus Grailham-City angereist um den Gral vor Dr. Skull zu schützen. Und auch dieses mal konnten die Grailknights die Schlacht für sich entscheiden. Dem Regen zum Trotz stand ich pünktlich zu Alestorm wieder vor der Bühne. Die Kamera Regen sicher verpackt. Wie auch im letzten Jahr konnten sie mit Ihrem True Scottish Pirate Metal überzeugen. “Set Sail and Conquer” lautet wohl die Devise des heutigen Abends und mehr muss man zu dem gelungenen Auftritt wohl nicht mehr sagen. BATHORY sind Kult. BATHORY sind ein großes Stück Metal-Geschichte. Das dachten sich auch fünf prominente Black-Metaller und beschlossen, im Gedenken an den 2004 verstorbenen Meister des Black Metal Thomas „Quorthon“ Forsberg, unter dem Banner "Twilight of the Gods" die Hymnen von Bathory erneut erklingen zu lassen.


Alan Nemtheanga (Primordial)
Frode (Einherjer)
Nick Barker (Dimmu Borgir, Cradle Of Filth)
Blasphemer (Mayhem)
Patrik Lindgren (Thyrfing)



 

Freitag:

 

 

Nach einer eiskalten Nacht in der es fast ausschließlich geregnet hat, kämpfte ich mich durch den Schlamm bis zur Bühne um mir Schelmish anzuschauen. Doch irgendwie standen dort für die Rockshow zu viele Trommeln auf der Bühne herum. Aus Organisatorischen Gründen, der Sündenbock dafür wurde uns ja präsentiert, entschloss sich die Band dazu ihr Mittelalterprogramm zu spielen. Wie schon Corvus Corax konnte die Fanatio Schelmish mit Liedern wie dem “Aequinoctium” und “Ecce Mundi Gaudium” was auf Deutsch soviel heißt wie “Der Weihnachtsbaum brennt” (kleiner Insider für Besitzer des Live-Albums) das Publikum schnell zum tanzen animieren. Später gings Korpiklaani weiter, die mit dem Song “Vodka” schon zu Beginn für Stimmung sorgten. Es folgten weitere Lieder einfachen Melodien. So zum Beispiel “Beer Beer” und “Happy Little Boozer”, die das Publikum laut mitgröhlte. Als Headliner des heutigen Abend war die englische Death-Metal-Band Bolt Thrower gebucht. Da die Band normalerweise weniger auf Festivals zu sehen ist, beschloss ich mir die Show noch anzuschauen. Zur Melodie von Battle of Britain betrat die Band die Bühne. Es folgte ein erstklassiger Auftritt mit einigen erfreulichen Variationen auf der Setlist (Rebirth Of Humanity, War/Remembrance).


 

 

Samstag:

 

 

Eigentlich wollte ich den Samstag ja ein bisschen ruhiger angehen, aber nachdem Claudi ja so von Days of Loss geschwärmt hattte, wollte ich mir den Auftritt nicht entgehen lassen. An dieser Stelle ein fettes HIGH FIVE nach Wien! Und ich wurde nicht enttäuscht. Souverän präsentierten Sie dem Publikum ihr letztes Album „Life is Decay“. Neben harten Knüppeloffensiven bei „Unavoidable Obliteration“ und „Immortal“ schafften die vier Jungs aus Wien mit „Live to Suffer“ eine kleine Verschnaufpause. Danach gabs einen kurzen Abstecher zu Epica, die mit ihrem Symphonic-Metal etwas für Abwechslung zwischem dem Trash-Metal sorgten. Wir sind zurück, die Wölfe wieder da hallte es gegen Abend dann von der 2nd Stage. Dieser Kampfschrei konnte nur eins bedeuten: Die Wölfe von Varg sind zurück. Stück für Stück schmetterten Sie der Menge ihr neues Album „Blutaar“ hin. Egal um welches Lied es sich handelte, es wurde lauthals mitgesungen. Daumen hoch! Danach folgte die zwei Stündige „Pagan Alliance“ (Finntroll/Eluveitie). Für einige Besucher, vielleicht gerade die jüngere Generation, war die Show wohl der Höhepunkt des Abends. Abwechselnd präsentierten die Bands die besten Songs aus Ihrem Repertoire, jeweils mit musikalischer Unterstützung der anderen Truppe. So kam es, das oft zwei Sänger und Drummer auf der Bühne waren. Abgesehen von den anfänglichen Mikro-Problemen eine definitiv gelungene Show. Danach überrollte die Panzerdivision „Marduk“ das Festival mit ihrem brutalem Old School Black Metal. Neben älteren und härteren Liedern a la „Panzerdivison Marduk“, waren auch einige dabei, die das Publikum zum Headbangen annimierten. Gegen 21 Uhr wurde es dann verdammt dunkel auf der Mainstage. Der Headliner des letzten Metalfest-Abends „Testament“ betrat die Bühne. Direkt zu Anfang bekam das Publikum zwei Songs vom neuesten Album „The Formation of Damnation„ zu hören. Besonders gefreut habe ich mich, das neben Liedern wie „D.N.R“ und „Riding the Snake“ noch vier weitere Songst vom „The Gathering“ Album gespielt wurden.


1. Intro: For The Glory Of...
2. More Than Meets The Eye
3. The New Order
4. Henchmen Ride
5. Riding The Snake
6. True Believer
7. Souls Of Black
8. Legions Of The Dead
9. Eyes Of Wrath
10. The Persecuted Won't Forget
11. Into The Pit

 

12. D.N.R.
13. 3 Days In Darkness
14. The Formation Of Damnation

Anstehende Termine